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Measuring your dependance / Messen Sie Ihre Abhängigkeit (2014)

mixed media installation, video documentation on opening

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     Chairs exist for people, for their convenience, to make them feel comfortable. Chairs endure people's weight, thus people are encouraged to sit on them to rest and relax. However, what if chairs didn't offer comfort but discomfort? I wanted to switch this ideal, fixed role of the chair in order to give it another "raison d'être", another purpose, not just being a chair meant for a standard human use. I focused on the idea of "discomfort" while sitting on chairs. My intention is then to provoke in people a strange and yet unknown sensation while they sit, a feeling of instability and an urge to stand up as soon as possible. In sum, the experience of an uneasiness they may have never felt before.

     In this unfamiliar situation just one resort is offered to cling on: a rope, which the sitter is allowed to hold whenever he wants or needs. This rope hangs from the ceiling and has a weighing scale with a handle attached to its end, and so it measures the strength that people apply as they grip, which can ultimately be read as the extent of their insecurity and the degree of their dependence on this given element of safety. As people are generally not used to three-legged or unbalanced chairs, because it seems very likely to fall off of them and therefore dangerous (even when the chairs are fixed to the floor), they need this rope to assure their balance. As a consequence the sitter will face in the form of a numerical value how dependent or how brave he was.  All the different reactions -whether to hold or not to hold and how strong it is held, are part of this work.

     Die Stühle existieren für die Menschen, um ihnen Bequemlichkeit anzubieten:  sie laden sie zum Sitzen  ein und tragen ihr Gewicht. Die Menschen werden zum Sitzen auf ihnen  eingeladen, um sich zu entspannen. Aber was,  wenn die Stühle, die die Menschen zum Sitzen einladen, keine Bequemlichkeit, sondern Umbequemlichkeit bieten? Ich wollte diese ideale, feste Rolle des Stuhls wechseln, um ihm eine andere “raison d’être” zu geben, einen anderen Zweck, nicht nur einen Stuhl für den normalen menschlichen Gebrauch zu sein. Ich konzentrierte mich auf die Idee des “Unbehagens” beim Sitzen auf Stühlen. Ich möchte, dass die Leute sich beim Sitzen seltsam und fremd fühlen. Die Leute sollen sich unsicher fühlen und die Stühle so schnell wie möglich wieder verlassen wollen, statt sich in ihnen wohlzufühlen.  Sie erfahren  ein für sie neues Gefühl, das sie bisher noch nie  durch Sitzen auf Stühlen erfahren haben.

     In dieser fremden/ungewohnten Situation gibt es nur einen Griff, an den sie sich klammern können, diesen können sie jedesmal wenn sie halt  brauchen ergreifen. Der Griff ist durch eine Waage mit der Decke verbunden; diese  misst, wieviel Kraft die Leute an Sicherheit benötigen. Durch diese Bewegungen und den Akt des festhaltens ist die Angst beziehungsweise die Kraft der Menschen messbar. Diese Daten werden auf eine Tabelle eingetragen und dadurch darstellbar. Durch den Vergleich in der Tabelle wird anschaulich, wieviel Kraft ein Mensch benötigt, um sich des Unwohlseins zu erwehren. 

Invisible role and visible role / Unsichtbare Rolle und sichtbare Rolle (2014)

sewing the used shoes, 150 x 150 x 15 cm

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     Every used shoe has many stories to tell, when we go somewhere wearing them, we experience that place directly with our footwear. Our shoes share our experiences, and so develop their own histories from these mutually-felt occurrences. Each one of the shoes unknown stories are joined together by the movement of the needle and thread, and this stitching together juxtaposes the division created by the separation of the shoe’s upper part and sole.

     These two component parts of each shoe play two very different roles when examined separately: the upper of the shoe is a visual and decorative object, concerned primarily with form, on the other hand, the bases or soles of the shoes are crucial to function as they carry and bear the weight of their owner, and step on the hard and dirty ground directly.

     In this work, the two roles of the shoe are presented, yet the emphasis is placed specifically on the soles of the shoes, despite the initial appearance of the artwork. The bottoms of the shoes here are organised in a lower position compared with the upper parts, as with a normal, functioning shoe. And, as with a real shoe, the soles are hidden, invisible, and yet devoted to supporting the movement of the leather and fabric above. The vital aspect of the shoe is invisible, hidden by the visible façade of the shoe, and the artwork uses this to reference the stories that each individual shoe can describe to us. Further, the artist references the fundamental character of human experience: the importance of recognising that the visible things are intrinsically based on that which is invisible to us. 

     Jeder gebrauchte Schuh hat viele Geschichten zu erzählen. Wenn wir mit ihm irgendwo hingehen, erleben wir diesen Ort direkt mit unseren Schuhen. Unsere Schuhe teilen unsere Erfahrungen und entwickeln so ihre eigene Geschichte aus diesen gegenseitig empfundenen Ereignissen. Jede der unbekannten Geschichten der Schuhe wird durch die Bewegung von Nadel und Faden miteinander verbunden. Diese Nähte stellen die Teilung dar, die durch die Trennung von Oberteil und Sohle des Schuhs entsteht. 

     Diese beiden Bestandteile eines jeden Schuhs spielen bei getrennter Betrachtung zwei sehr unterschiedliche Rollen: Das Obermaterial des Schuhs ist ein visuelles und dekoratives Objekt, das sich in erster Linie mit der Form beschäftigt, während andererseits die Böden oder Sohlen der Schuhe als Funktionales zu betrachten sind, da sie das Gewicht ihres Besitzers tragen und direkt auf den harten und schmutzigen Boden treten. 

     In dieser Arbeit werden die beiden Rollen des Schuhs vorgestellt, wobei der Schwerpunkt trotz des anfänglichen Auftretens des Kunstwerks speziell auf die Sohlen der Schuhe gelegt wird. Die Unterseite der Schuhe ist hier im Vergleich zu den oberen Teilen in einer niedrigeren Position angeordnet so wie bei einem normalen, funktionierenden Schuh. Und wie bei einem echten Schuh sind die Sohlen versteckt, unsichtbar und doch der Unterstützung der Bewegung des drüber liegenden Leders und Stoffes gewidmet. Der lebenswichtige Aspekt des Schuhs ist unsichtbar, verborgen durch die sichtbare Fassade des Schuhs. Das Kunstwerk verwendet ihn, um die Geschichten zu erzählen, die jeder einzelne Schuh uns beschreiben kann. Darüber hinaus verweist die Künstlerin auf den grundlegenden Charakter der menschlichen Erfahrung: die Bedeutung der Erkenntnis, dass die sichtbaren Dinge an sich auf dem basieren, was für uns unsichtbar ist.

Selected drawings / Ausgewählte Zeichnungen (2014)

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